Herzlich Willkommen

Wir begrüßen Euch auf unserer Seite "Nature-Support e.V.".

Auf dieser Seite informieren wir über aktuelles aus den Bereichen Naturschutz, zur Eulen -und Greifvogelhilfe und zu naturpädagogischen Projekten und Exkursionen.

Mit unseren Projekten zum Thema Natur & Naturschutz möchte wir Groß und Klein für die Natur und deren Schutz begeistern. Wir sind gemeinsam aktiv, entdecken, forschen, fühlen, hören, sehen und begreifen die Natur. Gern können sich interessierte Familien, Kindergärten oder Schulen mit Fragen an uns wenden. Neben Projekten mit Familien, arbeiten wir auch mit Kindertagesstätten und Kommunen zusammen, führen spannende und wissenswerte Familien-und Kinderfeste durch und engagieren uns aktiv im Naturschutz.

 

Viel Spaß auf unserer Seite wünschen die Mitglieder von Nature Support e.V.


Aktuelles:



Seeadler "hing in den Seilen..."

Am 11.09.2019 bekamen wir über die zuständige Naturschutzbehörde eine Seeadler-Dame, die auf einem Feld bei Schönbach, flugunfähig von einem Landwirt entdeckt wurde. Anhand des Erscheinungsbildes handelte es sich, um einen sehr jungen Vogel.

Über eine persönliche Identifikationsnummer auf einem Ring, den der Adler bereits am Bein trug, konnte bestätigt werden das er im aktuellen Jahr geboren wurde und aus der Nähe des Fundortes stammte. Bei unserer Untersuchung konnten wir keine äußeren Verletzungen feststellen, wussten aber das etwas nicht stimmen konnte. Unsere Angst wuchs mit dem Verdacht, der Seeadler könne eine Bleivergiftung haben. Während man die symbolträchtigen Tiere bis in die 1980er Jahre in unserer Region, bis an den Rand der Ausrottung verfolgt hatte, kam nach strengen Artenschutzgesetzen ein neues Problem auf, welches die Population der schönen Adler nicht richtig wachsen lässt. Denn immer wieder erleiden die Tiere durch bleihaltige Munition schwere Nervenschäden und Blindheit, die letztlich zum Tod des Individuums führen. Diese Bleimunition nehmen sie über angeschossene und verendete Tiere auf, die bei einer sogenannten Nachsuche der Jäger nicht gefunden wurde. In schwierigen Zeiten, wie beispielsweise strengen Wintern greifen die Seeadler gern auf dieses Aas als Nahrungsquelle zurück. Doch nachdem wir den Seeadler unmittelbar in die Klinik für Vögel und Reptilien nach Leipzig gebracht hatten, bestätigte sich dieser Verdacht zum Glück nicht. Aber auch dort konnte bei der Erstuntersuchung nichts festgestellt werden.

Deshalb wurden mit Hilfe einer Computertomographie digitale Schnittbilder angefertigt.

So konnte man endlich erkennen, dass sich sie Greifvogeldame eine Fraktur am Rabenbein und eine Einblutung in die Lunge zugezogen hatte.

Da auf dem Feld, auf dem sie  gefunden wurde, einige Hochspannungsleitungen verlaufen und auf Grund der Art der Verletzung, darf man vermuten, dass sie sich die Fraktur und Einblutung beim Kollidieren mit einer dieser Leitungen zugezogen hat. Mit einer ordentlichen Fluggeschwindigkeit und einem Gewicht von fast 5 Kilogramm sind solche Zusammenstöße eine weitere große Gefahr für die Tiere. Ganz nebenbei gesagt, wechseln sich Kollisionsopfer und Tiere mit Mangelernährung auf dem traurigen Platz 1. in unserer Pflegestation ab. Für unser Schwergewicht bedeute die Verletzung eine Fixierung des linken Flügels am Körper und viel Ruhe. Dies ist mit einem scheuen Greifvogel aber gar nicht so einfach.

Schon gar nicht wenn er intensive Betreuung benötigt, aber das Pflegepersonal als Bedrohung sieht.

Falknerische Ausbildungsmethoden sind deshalb in einer Auffangstation für Greifvögel unerlässlich, um den Tieren Vertrauen zu geben und Stress zu nehmen. 

Eine Infektion durch einen "Stich" mit der eigenen Klaue machte eine Vertrauensbasis zwischen Pfleger und Seeadler notwendiger denn je. Nun musste zusätzlich täglich die Wunde an den riesigen Fängen versorgt werden. 

Eine solche Infektion und eine dadurch entstehende Pododermatitis, kann schlimme Folgen haben und verläuft gerade bei wilden Greifen in Gefangenschaft sehr heftig. Man vermutet das der Stoffwechsel wie bei Hochleistungssportlern durcheinander kommt, wenn diese Zwangsruhe verordnet bekommen und das wirkt sich negativ aus. Bei unserer Patientin spielte das Gewicht und das lange Sitzen ebenfalls eine Rolle. Deshalb war das Ziel, dem Seeadler so schnell wie möglich Flugtraining zu bieten. Doch die Pflegestation von Nature Support e.V. hat keine geeignete Flugvoliere für Mitteleuropas größten Greifvogel. Und so zahlt sich ein gemeinsames Miteinander und ein Netzwerk von Naturschützern aus. Denn in Absprache der zuständigen Behörden, haben wir die Dame nach Ausheilung der Verletzungen zum Flugtraining in die Wildvogelstation des Umweltzentrum Dresden e.V. gebracht. Dort gibt es Volieren, die auch solchen „Riesen" genügend Platz zum fliegen bieten.

Und schon nach kurzer Zeit flog die junge Seeadler Dame in der großen Voliere hin und her, um uns mitzuteilen, dass es an der Zeit war sie als Patient zu entlassen. 

Und dem kamen wir am Sonntag, den 03.11.2019 nach. Gemeinsam mit S. Möhring von der unteren Naturschutzbehörde, ließen wir unsere Patientin dort frei wo alles für sie begonnen hatte. 

Vielleicht merkte sie das uns der Abschied nicht leicht fiel, denn sie hatte es nicht eilig davonzufliegen. Rational betrachtet wussten wir natürlich das sie sich in aller Ruhe umschaute, um eine Orientierung zu bekommen. Nach einer Weile flog sie die ersten 500m in neuer Freiheit und wir freuen uns, dass am Flugbild nichts mehr an die alte Verletzung erinnerte.

Aber sofort waren 5 Krähen zur Stelle und wollten ihr klar machen, dass sie hier unerwünscht ist. Unbeeindruckt flog sie vor der Dämmerung am Waldrand auf einen Baum und blieb bis zum nächsten Morgen. Erst am Mittag des Folgetags, hat sie sich entschlossen außer Sicht zu fliegen und ist nun auf sich allein gestellt. 

Wir von Nature Support e.V. wünschen ihr auf jeden Fall alles Gute und bedanken uns recht herzlich bei Prof. Dr. M. Pees von der Universitätsklinik für Vögel und Reptilien, bei S. Möhring von der unteren Naturschutzbehörde und bei S. Keller und seinem Team der Wildvogelhilfe Dresden. Ohne sie wäre der Erfolg einer Rehabilitation und die Auswilderung nur schwer möglich gewesen. Vielen Dank.